Die Landschaft von der Natur begünstigt

Reizvoll zwischen Tiefland und Mittelgebirge gelegen
Die Gemarkungen von Mühlhausen/Uelzen sind besonders vielfältig und attraktiv, weil sie sich über drei naturräumliche Einheiten erstrecken: "Unterer Hellweg" (nördlich der Dorfkerne), "Oberer Hellweg" und "Haarstrang", somit über Tal, Hang und Höhe. Das Gebiet an den Hängen des Haarstranges ist der "Obere Hellweg", wo sehr fruchtbare Lössböden mit bis zu 80 Bodenpunkten (von 100 möglichen) liegen. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass im Süden der beiden Gemarkungen, etwa auf der Höhe des Haarstrangs, eine der großen geographischen Grenzlinien Mitteleuropas verläuft: Nach Süden die Hügel des Sauerlandes als Teil des Rheinischen Schiefergebirges, nach Norden, soweit das Auge reicht, die Westfälische Tieflandsbucht als Teil des Nordmitteleuropäischen Tieflandes.



Größtes Naturschutzgebiet im Kreis Unna
Nahezu einzigartig im Lande sind die Gemarkungen von Mühlhausen/Uelzen durch die vielen Quellen, die am Fuß des Haarstrangs entspringen. Daher auch ihr Beiname "Quellendörfer". Nach Paderborn, dem viel gerühmten Quellgebiet der Pader, dürfte Mühlhausen/Uelzen der Ort mit den meisten Quellen in NRW sein.
Der großen Öffentlichkeit wurde es - koordiniert vom Geologischen Dienst NRW - am deutschlandweiten "Tag des Geotops" im September 2006 vorgestellt. Der Heimatverein weihte hierzu eine Info-Tafel an der Paschquelle in der Öko-Zelle ein (Text unter "Noch mehr Informationen", Nr. 15). Um noch weiter auf den Quellenreichtum aufmerksam zu machen, stellte er u. a. im Juli 2011 an den beiden Quellen am alten Sportplatz einen Findling auf mit der Inschrift "Weidenquellen".


Der 2011 an der Südwestecke des alten Sportplatzes aufgestellte Findling bei den "Weidenquellen".

Nicht zuletzt wegen dieses Wasserreichtums und der dadurch bedingten Feuchtgebiete wurde 1997 das Naturschutzgebiet "Uelzener Heide/Mühlhauser Mark" festgesetzt, das mit knapp 200 Hektar das größte im Kreis Unna ist. Der in NRW stark gefährdete Laubfrosch hat dort seine größte Population im Kreis Unna; es ist eines der großen Vorkommen von ganz NRW (2004 etwa 550 rufende Männchen). Auch die Erdkröte weist hier, vor allem dank der über 20-jährigen Aktivitäten der "Krötenschutzgruppe" der Volkshochschule Unna, erhebliche Bestandszahlen auf: 1995 wurden am stillgelegten Bahndamm in Nordlünern 7.224 Exemplare gezählt! Dank der vielen neu angelegten Kleingewässer sind inzwischen in Mühlhausen 28 Libellenarten zu beobachten. Der seltene Kammmolch ist häufig anzutreffen. Hier befindet sich der größte Schilfbestand im Kreis Unna und das größte Vorkommen der essbaren Brunnenkresse (Nasturtium sterile) von ganz Westfalen. Sieben alte Bäume unterschiedlicher Art stehen als Naturdenkmale unter besonderem Schutz, die meisten im Bereich des ehemaligen Rittergutes Haus Heyde im Nordwesten von Uelzen. Südlich von Haus Heyde wachsen 21 alte Exemplare der seltenen Echten Schwarz-Pappeln, von denen 2006 in ganz NRW nur etwa 600 bekannt waren. Der Heimatverein hat noch einige hinzugepflanzt. In der weitgehend baumlosen Fläche beiderseits des Hellwegs lassen sich mit etwas Glück noch zwei Vogelarten beobachten, die in Deutschland, ja selbst in der Welt inzwischen zu den seltenen gehören: die Wiesenweihe und der Rotmilan, Vogel des Jahres 2000. Die gefährdete Fledermaus ist mit acht Arten vertreten.



Die Paschquelle in der Öko-Zelle
zwischen altem und neuem Sportplatz.
(Foto: Norbert Schorsch - DVD 2.5.8)
Der von Schilf umsäumte Mühlbach
bei Gut Borgmühl.
(Foto: Norbert Schorsch - DVD 2.6.15)


Ehemalige Steinbrüche im Bimbergtal
Zu Spaziergängen und Radtouren lädt das südlich der B 1 gelegene Bimbergtal ein, das leider durch das 1970 eingeweihte Teilstück Unna-Werl der Kasseler Autobahn etwas verlärmt ist. Lünerner und Kessebürener Bach durchfließen das ansonsten reizvolle Tal, das darüber hinaus mit Bodenschätzen gesegnet ist. Schon 1856 wurden hier bei Bohrungen Eisenerz und Kohle gefunden. Aus dem Lehm im Bimbergtal wurden früher vor Ort als so genannter Feldbrand die Backsteine für die Häuser in Mühlhausen gefertigt.

Die ehemaligen Steinbrüche dort - schon Anfang des 20. Jahrhunderts waren sie nicht mehr in Betrieb - bilden heute seltene geologische Schaufenster in die Kreide-Zeit vor 90 Millionen Jahren. In ihnen lassen sich noch interessante Versteinerungen finden, vor allem die Muschel Inoceramus lamarcki. Unna beteiligte sich mit den Steinbrüchen im Bimbergtal und Kessebürener Bachtal am "Tag des Geotops" 2007. Das landesweit aufgehängte Plakat des Geologischen Dienstes NRW zeigte auch ein Foto von den "Steinbrüchen in Mühlhausen". Der Heimatverein stellte bei dem Steinbruch auf der Westseite des Weges durch das Bimbertal eine vom Geologischen Dienst NRW konzipierte Info-Tafel auf. Beim "Tag des Geotops" 2009 gehörten die Steinbrüche im Bimbergtal erneut zu einem der 23 Geotope, die in NRW der Öffentlichkeit präsentiert wurden.
Steinbruch im Bimbergtal
(auf der Westseite des Weges).
(Foto: Josef Cornelissen - DVD 2.3.10)
Versteinerungen und alte Bohrlöcher.
(Foto: Gertrudis Mühlhaus - DVD 2.3.16)
Fotos aus der DVD des Heimatvereins "Unna-Mühlhausen/Uelzen 2006/2007".